1. Damen: Pflicht und Schatten

0 Erstellt von am Mi, 17 Februar 2016, 21:42

Ohne Anna Störmer und Juliane Schmidt reisten am vergangenen Samstag die Damen um Kapitän Ender zunächst an die Weiße Elster nach Gera. Dort erwarteten sie die momentanen Hüterinnen der „Roten Laterne“ – der VC Gera hat sich in der diesjährigen Regionalliga-Saison hoffnungslos im Tabellenkeller festgesetzt. Als Liga-Dritter und somit in der Favoritenrolle galt es, möglichst ohne Punktverlust den Abend zu bestehen.
Wer um die mentale Stärke der Werranixen in eben solchen Situationen weiß, stellt spätestens jetzt den Bezug zur Artikel-Überschrift her. Denn obwohl die Schreiberschützlinge trotz oder gerade wegen eines Aufstellungsfehlers hellwach in die Partie starteten, gelang es Ihnen zunächst nicht, sich entscheidend abzusetzen. Zu zögerlich agierte man im Angriff und Aufschlag. Die Geraerinnen spielten mutig auf und erkämpften sich Punkt um Punkt. Erst beim Stand von 9:8 hatten sich die Gäste als Mannschaft arrangiert und konnten sich vor allem über ihre beiden Mittelblocker Ender und Wagner effektiv in Szene setzen. Außerdem fand auch Susan Ilgen immer besser ins Spiel, die notstandsbedingt die ungewohnte Diagonalposition besetzte. Unter dem steigenden Druck gaben die Gastgeberinnen zunehmend nach und Meiningen konnte sich bis zum Satzende komfortabel absetzen – nur um dann die Zügel noch einmal schleifen zu lassen, ehe man den Sack mit 25:23 zuband.

Den ersten Satz könnte man bezeichnend für den gesamten Spielverlauf ansehen, denn immer, wenn sich die Theaterstädterinnen etwas absetzen konnten, ließ man in der Folge die Konzentration sinken und verschenkte großzügig Chancen. Da es jedoch im Gegenzug auch Gera nicht schaffte, seinerseits die dargebotenen Geschenke zu verwerten, liefen die VV70igerinnen zu keinem Zeitpunkt Gefahr, einen Satz zu verschenken oder gar den Sieg. Zwar spornte sie dieser Umstand auch nicht zu Höchstleistungen an, doch es blieb bei einer soliden wenngleich glanzlosen Vorstellung, welche im Kampf um einen Platz auf dem Treppchen drei wichtige Punkte bescherte.

Gleich am darauf folgenden Tag stand nun das Viertelfinale im Kampf um den Thüringenpokal in Oberweißbach auf dem Terminkalender. Der Verbandsligist erspielte sich im Saisonverlauf die Tabellenführung und gegen den Ligakontrahenten SV 05 Friedrichroda das Anrecht auf die Begegnung mit Meiningen im Viertelfinale. Diesmal ohne Theresa Klessen-Schreiber, Jennifer Pfeiffer und Juliane Schmidt, dafür aber mit der frisch reimportierten Anna Störmer, ging man oberhalb der Schneegrenze frohen Mutes ans Werk. Dass auch Oberweißbach bis in die Zehenspitzen motiviert war, bekamen die Damen um Anja Ender jedoch in der Folge sehr schnell zu spüren.
Während die Gastgeberinnen ihre Chance auf einen hochklassigen Schlagabtausch unbedingt nutzen wollten, kämpften die VV70igerinnen noch mit dem Vortag, den Hallendimensionen und dem ungewohnten Molten-Spielball. So lag man in allen drei Sätzen gleich zu Beginn im Rückstand, welchen es mühevoll aufzuholen galt. Es entwickelten sich nun teilweise schöne Ballwechsel, in denen sich Oberweißbach als ernstzunehmender Gegner herausstellte und durch ein lautstarkes, aber zu jeder Zeit faires Publikum zu Höchstleistungen angetrieben wurde. Meiningen konnte erneut durch effektive Schnellangriffe über die beiden Mitten Ender und Wagner punkten und auch Anna Störmer, diesmal über Außen, setzte druckvoll Akzente.
Mit 22 und 23 Gegenpunkten konnten die ersten beiden Sätze gewonnen werden. Oberweißbach, das sich im Laufe der Partie jedoch stetig steigerte, ging im dritten Satz beim Stand von 15:20 sogar mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung in Führung, ehe sich die Damen aus Meiningen am Schlafittchen packten und den Spieß mit 26:24 noch hauchdünn umdrehen konnten. Dies gelang zum einen durch eine sehenswerte Aufschlagserie von Anna Störmer als auch durch einen raffinierten Heber von Susan Ilgen, welcher auch der Match-Ball vorbehalten blieb.
Mit diesem Sieg zieht Meiningen in das Halbfinale am 13. März ein, wo die Werra-Nixen nun auf den Thüringenligist USV Jena I treffen, welcher die Reserve des VfB 91 Suhl mit 3:0 besiegen konnte.

Es spielten: Anja Ender, Claudia Holland-Moritz, Anna Störmer, Jennifer Pfeiffer, Anika Heymel, Susan Ilgen, Theresa Klessen-Schreiber, Ulrike Mäder, Kathleen Ulrich, Anne Wilhelm

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