1. Damen: Das Gesetz der Serie 

0 Erstellt von am Mo, 07 Dezember 2015, 14:47

Die Auswärtspartien bei den LE Volleys sind bekanntlich kampfbetonte Spiele, die erst im Tie-Break entschieden werden. In den letzten Jahren gelangen zwei bzw. drei Punkte im finalen Satz. Um der Serie gerecht zu werden, war das Minimalziel: 4 Punkte. Diese Zielsetzung ist natürlich immer mit einem Augenzwinkern versehen. Wer sich in den Tie-Break kämpft, will am Ende auch gewinnen. In üblicher VV70-Manier kamen die Schreiberlinge über den Kampf ins Spiel und punkteten in den ersten Spielzügen vor allem mit hervorragender Blockarbeit. Im Angriff schenkten sich beide Mannschaften recht wenig, doch gegen die taktischen Legerbälle stand die Abwehr anfangs goldrichtig. Starke Aufschläge und unglückliche Aktionen im Angriff ließen die Leipzigerinnen auf 21:14 wegziehen. Der erste Satz schien damit an den Gastgeber zu gehen. Doch angetrieben von einem lautstarken kleinen Fanblock starteten Anja Ender und Co. zu einer furiosen Aufholjagd. Auf Jule Schmidt  war in dieser Phase vor allem im Aufschlag wieder Verlass. Fünf Punkte gelangen in dieser Aufstellung und die Weichen zum Satzgewinn waren gestellt. Die Stimmung und der Schwung konnten zwar mit in den dritten Satz genommen werden, doch das Gesetz der Leipziger Spiele hatte keine 2:0-Satzführung zugelassen. Kleine Ungenauigkeiten hier und ein Wackler da machten es den Sächsinnen leicht den Satz mit 25:16 zu gewinnen. „Abputzen, aus den Fehlern lernen und wieder frohen Mutes in Satz 3 starten“ war das Credo in der Satzpause. Nun hatten die Volleys allerdings das richtige Rezept gefunden und punkteten vor allem über die Außenpositionen in Regionen, in denen der Meininger Block eben nicht zu Hause ist. Auf der anderen Seite fanden die Meininger Angreifer ihren Meister im Leipziger Block. Der letztjährige Regionalliga-Meister ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen und punktete zum 2:1-Satzgewinn. Doch irgendwie passte dieser Spielverlauf immer noch in das Gesetz der Leipziger Tie-Breaks. Davon war man „nur“ noch einen Satz entfernt. Ein Spiegelbild des ersten Satzes boten die diesmal von Co-Trainer Uwe Berendt gecoachten Meiningerinnen. Gute Feldabwehraktionen von Anne Wilhelm verwandelten Claudia Holland-Moritz, Jule Schmidt und Theresa Klessen-Schreiber krachend, taktisch klug oder mit Hilfe des gegnerischen Blocks. Auch die Mittelblocker Anja Ender, Claudia Wagner und Susan Ilgen erfüllten ihre Aufgaben wie ein Uhrwerk. Entweder blockten sie erfolgreich oder versenkten ihre Angriffe, nachdem sie von Zuspielerin Uli Mäder erfolgreich in Szene gesetzt worden. Doch die Leipzigerinnen wollten in diesem Jahr keinen Punkt hergeben und zogen fast wie im ersten Satz auf 21:16 davon. Es folgte eine sehenswerte Aufholjagd mit Anja Ender am Aufschlag und glänzend aufgelegten Angreifern.  Jeder Punkt wurde frenetisch gefeiert und sich somit noch mehr zu Höchstleistungen und starken Aktionen angetrieben. Dass der Satz mit 25:21 (!) gewonnen werden konnte, verdeutlicht die extreme Willensstärke der Meiningerinnen. Somit blieb man dem Gesetz, es in Leipzig trotz aller widrigen Umstände – wie Personalmangel und fehlendem Trainer – in den Tie-Break zu schaffen, treu. Doch Anna Störmer formulierte das Ziel nun ganz deutlich: „Wir sind hier, um das jetzt zu gewinnen. Wir wollen 15 Punkte machen und das soll auch der letzte sein“. Den Takt im Tie-Break gaben vor allem die Gäste an. Doch Leipzig konnte zum 6:6 ausgleichen. Beim 8:6 wechselte man erhobenen Hauptes und mit viel Selbstvertrauen in die eigene Stärke die Seiten. Mit 11:8 steuerten die Theaterstädterinnen dank  einer starken Feldabwehr und klugen Angriffen auf die kleine Sensation zu. Der Wille und der Glaube daran waren  spürbar, doch vermeidbare Fehler ließen den Gastgeber nicht nur ausgleichen (13:13), sondern sogar vorbei ziehen (15:13). Verdient hätten den Sieg beide Mannschaften, doch am Ende setzten sich die LE Volleys dank ihrer in dieser Phase stärkeren Aufschläge und Angriffe durch. Hängende Köpfe gab es auf Meininger Seite nicht, denn durch den einen Punkt konnte der dritte Tabellenplatz verteidigt werden. Die Leipziger Tiebreak-Serie hat damit zwar weiter Bestand, doch da diesmal 13 Punkte gelangen und am Sieg geschnuppert wurde, bewiesen die Schreiberlinge, dass man in Leipzig auch gewinnen kann. Das Ziel für nächstes Jahr scheint damit noch klarer definiert.
Nun steht am dritten Advent ein weiteres Spitzenspiel auf dem Programm: der Tabellenzweite Dresdner SSV gibt am 13.12. seine Visitenkarte in der Multihalle ab. Anpfiff ist 14:00 Uhr. Ob der VV 70 zu Hause weiterhin ungeschlagen bleibt, wird also noch einmal schwerstens auf die Probe gestellt.

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