1. Damen: Pokalfinale

0 Erstellt von am So, 17 April 2016, 12:43

David gegen Goliath hieß es in den verschiedenen Ankündigungen. Zwei Spielklassen trennten die Finalteilnehmer des Thüringenpokals 2016. Während der Zweitligist SWE Volleyteam I als Vizemeister den Weg in die 1. Bundesliga gehen wird, werden beim Regionalligavierten kleinere Brötchen gebacken. „Wir wollen den Favoriten ärgern, uns im letzten Saisonspiel noch einmal als Mannschaft präsentieren und ein gutes Spiel abliefern, nicht vollkommen unter die Räder kommen.“, so die Marschroute von Trainer Christoph Schreiber. Dieses vage Ziel geriet unter der Woche noch einmal gehörig ins Wanken. Ausgerechnet vor dem Saisonhalali zog sich Kapitän Anja Ender einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu, Einsatz fraglich. Ohne weiter zu überlegen, sagte Yvonne Türpitz aus der Schweiz zu, ihrer Mannschaft kurzfristig auszuhelfen.
Insgesamt bot das Pokalfinale einen würdigen Rahmen für den landesweiten Saisonabschluss. Nachdem die Männer ihr Finale bereits um 15 Uhr ausgetragen hatten, folgten 18 Uhr die Damen. Bevor es ans Einschlagen ging, ehrte der Thüringer Volleyballverband die Meister der jeweiligen Ligen und bedankte sich bei zahlreichen ehrenamtlichen Trainern und Förderern aus verschiedenen Vereinen. Dann ging es endlich los, einlaufen vor einem großen und überaus fairen Publikum, letzte Instruktionen von der Bank: Das Spiel war eröffnet. Starker Aufschlag. 1:0-Führung. Große Freude. Doch es sollte die einzige Führung im gesamten Spielverlauf bleiben. Erfurt demonstrierte von Beginn an, wer Herr im Hause war und punktete vor allem über gut platzierte Aufschläge und Angriffe über alle Positionen. Zwar hatten auch sie mit dem ungewohnten Molten-Ball zu kämpfen und vergaben ihre Punktchancen am eigenen Aufschlag, doch Zweifel an der Favoritenstellung ließen sie nie aufkommen. Doch auch die Damen um Außenangreiferin Claudia Holland-Moritz steckten nie auf. Auch wenn Erfurt zu vielen direkten Punkten kam, so versuchte man sich doch immer an guten Feldabwehraktionen oder starken Angriffen hochzuziehen. Über die gesamte Spieldauer musste der Zweitligist mit sehr viel Geduld aufwarten, um zu Punkten zu kommen. Immer wieder gelang es den Werranixen den Ball irgendwie noch abzuwehren. Manchmal waren drei bis vier Anläufe notwendig, bis die entscheidende Lücke gefunden wurde. Doch vorzuwerfen haben sich die Schreiberlinge nichts. Susan Ilgen gelang ein sehenswerter Block gegen die 1,86m-große Kelsey Snider. Claudia Holland-Moritz hingegen nutzte den gegnerischen Block ihrerseits clever zum Punktgewinn, während Jule Schmidt an ihm vorbei ins Feld lupfte. Auch Theresa Klessen-Schreiber bestach wieder durch ihre gute Feldverteidigung und saubere Angriffe die Linie entlang. Die Mittelblocker Susan Ilgen, Claudia Wagner und später Yvonne Türpitz machten ihren schweren Job über die Mitte gut. Anne Wilhelm stand in der Annahme gewohnt ihre Frau und ließ sich auch von kleinen Wacklern nicht aus der Ruhe bringen. Anika Heymel ergänzte das Liberoduo und verstärkte vor allem den Abwehrverbund. Uli Mäder übernahm im zweiten Satz das Zuspiel und verteilte die Bälle variabel auf ihre Angreiferinnen. Auch wenn diese manchmal am schier unüberwindbaren Block scheiterten und der Ball eher wieder am Boden war als der Angreifer selbst, so war es den Damen vom VV 70 doch anzumerken, dass sie Spaß an dieser Begegnung hatten und Fehler sofort abhakten, um den nächsten Ball anzugehen. So schickte Coach Christoph Schreiber im zweiten Satz auch die 17-Jährige Kathleen Ulrich aufs Feld, um Pokalfinal-Luft zu schnuppern. Am Ende gelangen dem Außenseiter noch einmal ein paar sehenswerte Spielzüge, doch nicht genug um den großen Favoriten ins Straucheln zu bringen. Verdient gewann das SWE Volleyteam nach Meisterschaftssilber nun den Thüringenpokal in drei Sätzen (3:0; 25:14, 25:11, 25:15). Zwar ist den einzelnen Satzständen nicht zu entnehmen, welch großartige Gegenwehr die Südthüringerinnen während der gesamten Spieldauer leisteten, doch waren sich hinterher Mannschaft und mitgereiste Fans einig, dass man wie gewünscht nicht vollkommen untergegangen war.
Somit bildet die Finalteilnahme mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung den Abschluss einer starken Saison, die der VV 70 in der Regionalliga auf dem vierten Tabellenplatz abgeschlossen hat.

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