Werranixen starten in Engelsdorf

0 Erstellt von am Di, 23 Oktober 2018, 14:22

Am heutigen Samstag erfolgt der Saisonauftakt für die Frauen des VV 70 Meiningen in der Volleyball-Regionalliga. Im ersten Spiel sind die Werranixen ab 19 Uhr zu Gast bei Lok Engelsdorf.

Von Ralf Ilgen

Meiningen – Die Meiningerinnen starten nach einer etwas holprig verlaufenen Vorbereitung in die neue Regionalliga-Saison. VV-70-Trainer Christoph Schreiber konnte nicht immer alle Spielerinnen zu den Trainingseinheiten begrüßen. Urlaub war ein Grund. Eine andere, schöne Sache, sorgte für die dauerhafte Abstinenz von zwei Spielerinnen. Denn schon Ende der vorigen Saison wurde der „Klapperstorch“ wieder über die Meininger Multihalle gesichtet. Juliane Stübig (ehemals Schmidt) wurde zum dritten Mal Mutter und außerdem verriet Anna Störmer ihren Mitspielerinnen, dass auch sie Mutterfreuden entgegensieht. Die beiden werden in der ersten Saisonhälfte fehlen oder das Team nur sporadisch unterstützen können.

Zunächst wurde der Trainingsauftakt um eine Woche nach hinten verschoben. Das Vorbereitungsturnier, der Wegra-Cup, kam so zu früh für die Meininger Damen. Immerhin schafften sie dennoch Rang drei. In einem Trainingslager am vergangenen Wochenende konnte dann richtig gearbeitet werden. „Ja, die Vorbereitung hätte wirklich besser laufen können“, gibt Schreiber zu. Erfreulich ist, dass Claudia Holland-Moritz nach längerem krankheitsbedingten Ausfall wieder zurück ist. Neu im VV- 70-Team ist Antonia Saft, die aus Bad Liebenstein nach Meiningen wechselte. Auch Jennifer Pfeiffer (ehemals Seelig) kann getrost als Neuzugang gesehen werden, da sie wegen ihrer Babypause vorige Saison kein Spiel bestritt. Im Trainerteam gab es keine Veränderungen. Christoph Schreiber wird im Training von Steffen Hoffmann und an Spieltagen von Dirk Stübig unterstützt. Das Athletiktraining ist wie immer in den Händen von Günter Fleischmann.

Es wird anspruchsvoll

Probleme sieht Christoph Schreiber in den kommenden Wochen vor allem auf der Zuspiel-Position. Als gelernte Zuspielerin steht ihm derzeit nur Ulrike Mäder zur Verfügung und man muss hoffen, von Verletzungen/Ausfällen verschont zu bleiben. Im Training und auch beim Wegra-Cup hat Theresa Klessen-Schreiber auf dieser Position agiert. Sie konnte sich so darauf vorbereiten, Ulrike Mäder zu entlasten. „Wir haben in dieser Saison insgesamt weniger Möglichkeiten, zu wechseln“, so Schreiber. Der geht deswegen auch mit einem weniger offensiven Saisonziel als voriges Jahr in die neue Spielzeit. „Vor allem die erste Saisonhälfte dürfte schwierig werden. Klar ist, dass wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben und uns einen Platz in der oberen Tabellenhälfte sichern wollen“, formuliert er die Zielsetzung des Vorjahresdritten. „Wichtig ist der Start. Aber da haben wir starke Gegner. Wir müssen trotzdem punkten, damit wir dann nicht mit zu viel Druck gegen die vermeintlich leichtere Konkurrenz auflaufen müssen“, beschreibt er seinen Gedankengänge. In der Rückrunde rechnet Schreiber damit, das ihm wieder alle Spielerinnen zur Verfügung stehen. „Wir müssen immer hart arbeiten für den Erfolg, in dieser Saison vielleicht noch etwas härter“, sagt der Trainer. Ein Beleg dafür, dass es für den VV 70 keine einfache Saison wird, ist die Tatsache, dass auch Schreiber keine

richtig schwache Mannschaft in der Staffel ausmachen kann. „Favoriten sind für mich electronic Erfurt und Fortschritt Lichtenstein. Letztere haben sich mit mehreren Spielerinnen aus Chemnitz verstärkt, die vorige Saison noch dritte Liga gespielt haben“, begründet er. „Neben denen gibt es viele Mannschaften, die man schwer einschätzen kann. Zum Beispiel der Dresdner SC II, Markkleeberg, Engelsdorf oder das SWE Volley-Team II etwa. Beim VCO Dresden weiß man auch immer nicht, wie stark der jeweilige Jahrgang ist.“ Und wenn man das alles so liest, merkt man, wie wichtig der Auftakt für die Werranixen sein wird. Der erfolgt gegen Engelsdorf und damit auch gegen einen Gegner, der sehr schwer einzuschätzen ist. „Wir können personell mit einem sehr guten Aufgebot nach Engelsdorf fahren. Vom aktuellen Kader fehlen lediglich Jane Hoffmann und Anja Ender, die im Urlaub sind“, gibt sich Schreiber aber optimistisch. Alle wüssten, dass die Partie nicht im Vorbeigehen zu gewinnen ist. „Das erste Spiel ist für alle schwer, weil niemand richtig weiß, wo er steht. Deswegen muss vor allem die Einstellung stimmen“, weiß der VV-70-Trainer.

Viel Beständigkeit

Aber auch abseits der Turnhalle wird die neue Saison vorbereitet. Hier zieht Manager Tim Toyza die Fäden im Verein und mit seinem Netzwerk auch außerhalb. Die bestehenden Partnerschaften mit den Sponsoren sind von Beständigkeit geprägt, was diese zu schätzen wissen. Für den Verein ist das eine elementare Basis, für die er sehr dankbar ist. Um nochmal zum Thema Nachwuchs zurückzukommen: Ohne Probleme könnte die Mannschaft des VV 70 Meiningen mittlerweile eine eigene Kindergartengruppe aufmachen. „Also das haben wir sogar schon diskutiert. Es ist schwierig, das so zu organisieren, dass zu den Spielen alle da sein können. Familie geht nun mal vor“, so Christoph Schreiber. Wenn es zu Auswärtsspiele geht und er und seine Frau Theresa niemanden für die Betreuung der beiden Kinder haben, kann eben nur einer mitfahren. „Da gilt es abzuwägen wer wichtiger ist. Der Trainer oder die Spielerin“, meint er schmunzelnd. Die aktiven Spielerinnen des VV 70 sind fast alle Mütter und haben zusammen weit mehr als zehn Kinder im Alter unter zehn Jahren.

„Die logistische Herausforderung steigt natürlich, je mehr Spielerinnen Mütter sind“, weiß Schreiber.

Sieht man die Erfolge der vergangenen Jahre mit regelmäßigen Platzierungen im Tabellenvorderfeld, dann scheinen die Meiningerinnen aber immer die richtigen Lösungen gefunden haben. Warum sollte das in dieser Saison anders sein?

Ralf Ilgen

Sportredakteur

Meininger Tageblatt

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