Ein fader Beigeschmack

0 Erstellt von am Mo, 15 Oktober 2018, 16:51

Der VV 70 Meiningen hat sein erstes Heimspiel in der Volleyball-Regionalliga 1:3 verloren. Vor allem im ersten Satz haben die Gastgeberinnen dabei aber auch großes Pech.

Meiningen – Entsetzen stand den Meininger Spielerinnen und auch dem Anhang in der Halle ins Gesicht geschrieben, als der Unparteiische im ersten Satz beim Stand von 24:22 für den VV 70 einen Ball im Aus sah, der klar im Feld gelandet war. Statt 25:22, gleichbedeutend mit dem Satzgewinn, stand es nur noch 24:23. Die VV-70-Damen schienen verunsichert, verloren auch die folgenden Ballwechsel und den ersten Durchgang noch 24:26. Der war über weite Strecken sehr ausgeglichen und zeigte schon, dass an diesem Tag ein ernstzunehmender Gegner in Meiningen gastierte.

Eindrucksvoll zeigte der VV 70 im zweiten Abschnitt, dass man sich von dieser Fehlentscheidung nicht weiter aus dem Konzept bringen lassen wollte. Obwohl auch hier nicht alles optimal lief, so dominierten die Werranixen den Satz von Anbeginn doch fast nach Belieben (6:2). Eine bessere Blockarbeit und druckvollere Aufschläge und Angriffe zwangen den Gegner immer wieder zu Fehlern. Zudem agierte die im Außenangriff gekommene Ilka Erdmann sehr wirkungsvoll und machte Punkt um Punkt. Die Meiningerinnen bauten ihren Vorsprung immer weiter aus, agierten phasenweise wie aus einem Guss (18:8). Mehr als etwas Ergebniskosmetik wurde den Gästen nicht mehr gestattet, ehe mit dem 25:14 der Satzausgleich geschafft war.

Aber, so ging es in Durchgang Nummer drei nicht weiter. Da entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Die Sächsinnen steigerten sich in der Feldabwehr und schaffen es auch immer wieder, die Angriffe von Brabetz und Erdmann abzublocken. Insgesamt unterliefen den Spielerinnen beider Mannschaften im dritten Satz viele Fehler. Aber die Damen aus Sachsen zeigten sich letztlich effektiver. Auch, weil Außenangreiferin Sandra Peter wieder öfter als in Durchgang zwei zum Zuge kam. So neigte sich die Waage langsam in die Richtung der Gäste (12:10). Die hatten schon drei Spiele in dieser Saison absolviert und man konnte den Eindruck gewinnen, dass auch das ein Vorteil für sie war an diesem Tag. Denn der VV 70 kam aus einer vierwöchigen Spielpause und hatte erst eine Partie gespielt. Mitte des dritten Durchganges häuften sich die Missverständnisse bei den Meiningerinnen, und so hatte Markleeberg letztlich das bessere Ende für sich (25:19) und einen Punkt sicher.

Im vierten Satz war der VV 70 dann zeitweise völlig von der Rolle. Schnell führten die Gäste klar (1:5). Ungenaue Zuspiele, Anahmefehler, fehlende Absicherung hinter dem Block und eine Reihe bester Chancen, die von den Werranixen leichtfertig vergeben wurden, nährten die Hoffnungen der Gäste, sogar mehr als einen Zähler mit auf die Heimreise nehmen zu können. Und mit diesem Rückenwind steigerte sich Markleeberg noch weiter und zog vorentscheidend davon (9:20). Zwar zeigten sich die Werranixen kämpferisch, aber es sollte an diesem Tag nicht sein. Deswegen feierten die Gästespielerinnen wenig später ausgelassen den 25:18-Satzerfolg, der den 3:1-Sieg perfekt machte.

Natürlich war Trainer Christoph Schreiber nach dem Spiel nicht zufrieden, sah aber auch positive Aspekte. „Es war gut, wie wir nach dem knapp verlorenen ersten Satz reagiert haben. Im zweiten Durchgang konnten wir vieles von dem zeigen, was uns auszeichnet“, meinte er. „Deswegen ist es ärgerlich, dass wir im dritten Satz nicht daran anknüpfen konnten. Gegen diesen physisch starken Gegner kann man verlieren. Aber wir hätten heute nicht verlieren müssen.“ Schreiber haderte auch mit den vergebenen Chancen. „Wir haben oft Bälle in der Abwehr geholt, aber dann den Punkt eben nicht gemacht“, analysierte er.

Aufgrund der Sätze drei und vier geht der Sieg für die Gäste in Ordnung. Der fade Beigeschmack wegen der Fehlentscheidung Ende des ersten Durchganges bleibt. Aber es ist müßig, darüber nachzudenken, wie das Spiel gelaufen wäre, wenn der VV 70 der ersten Satz gewonnen hätte.

VV 70: Mäder, Brabetz, Wilhelm, Wagner, Klessen-Schreiber, Stübig, Erdmann, Ender, Ilgen, Türpitz, Saft

Ralf Ilgen

Sportredakteur

Meininger Tageblatt

Meininger Mediengesellschaft mbH

Neu-Ulmer Straße 8a

98617 Meiningen

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